«Je ne veux pas gagner ma vie, je l’ai.» Boris Vian, L'écume des jours
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7/08/2013

Reisen ist anstrengend

La Jetée, Chris Marker
und Reisen ist befreiend. Ich bin auf eine Reise gegangen, die ich zunächst nicht antreten wollte und dann doch antrat. Ich tat es für den Film und habe schließlich Sonne und Menschen gefunden. Im Grunde, wie im Film, wie in einer guten Geschichte. Was ist also der Unterschied zwischen Film und Leben, zwischen Filmerfahrung und "lebendiger" und "realer" Erfahrung (ohne hier die Frage nach dem überhaupt Realen zu stellen)? Eine Reise, wie ein gemeinsamer Spaziergang, der sich mit seinen Bildern, Gefühlen, Gerüchen und Geschmäckern in die gemeinsame, die individuelle und die andere Erinnerung falten wird, die letztendlich am meisten Eindruck hinterlassen und man zugleich auch am schnellsten wieder vergessen kann. Es ist die Erinnerung eines Gefühls.
voyager peut être fatiguant

7/01/2013

à la recherche de l'image perdu

Von dort oben, aus dem hell erleuchteten Glaskasten kommt das Bild, strahlt hinaus auf den Piazza Maggiore (es erstrahlt also Charlie Chaplin in The Pawnshop und Nicolas Rays The Lusty Man). Schwer vorstellbar, dass wir vor wenigen Stunden noch in Köln unter dem grau-blauen Himmel der letzten Wochen in den Flieger stiegen und nun schon unter italienischer Sonne durch die Kulissen Bolognas spazieren. Ockerfarbener Putz blättert von den Gemäuern, Pinien (Erinnerungen an den jugendlichen Familienurlaub kommen auf, die Farben wecken vergrabene Erinnerungsbilder), eine Osteria nach der nächsten, Arbeit kann auch Urlaub sein. Vor dem geistigen Auge erscheinen neorealistische Filmszenen, die sonntägliche Leere bei der Fahrt in die Innenstadt ist wie die Fahrt in den inneren Zirkel des Bildes. Die Stewardessen haben es vorgemacht, mit ihren elegant eingeübten, "richtungsweisenden" Bewegungen, in den nächsten 5 Tagen wird unter den Lichtkegeln der Projektoren und in denen, die die Straßenlaternen Nachts auf die Torbögen der Alleen werfen, getanzt, gelebt und gesehen, wie im Film.