«Je ne veux pas gagner ma vie, je l’ai.» Boris Vian, L'écume des jours
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5/25/2014

flickr - filmballett ohne Körper

sich kreuzende lichter und bewegungslinien. das war mal eine taxifahrt. so verschwommen wie der wahlausgang heute, aber vermutlich schöner anzusehen:
croisement de lumières et lignes de mouvements. voilà ce qui était une fois un voyage en taxi et maintenant est aussi flou que le résultat des élections aujourd'hui, mais probablement plus joli à regarder.

3/23/2014

on two feet

have you ever thought about how you get up to stand on your two feet? Easy, you think? Performer and dancer Helka Kaski, associate artist of Siobhan Davies Dance, tried out the "Manual"...

1/17/2014

and don't forget to breath

Ich lerne gerade Atmen. Was habe ich bisher gemacht, um zu überleben? Mmh, ich bin mir nicht sicher, ob man es Atmen nennen könnte, wohl eher das, wie eine Freundin es die Atmung betreffend auf den Punkt brachte: "den Ball flach halten". Plötzlich aber verstehe ich, was es heißt, "Luft" zu holen und ohne hier nun irgendwie ...  (... denkt Euch an dieser Stelle irgendein umschreibendes Adjektiv für ganzheitliches Körperverständnis. Ideen, die es schon seit langem gibt, die aber jetzt auch zum bewusst lebenden Mittdreißigermoment in der Großstadt gehören, wie Fjällräven zum Beanie; bitte was?) klingen zu wollen, es lässt sich mit diesem mehr an Luft einiges besser betrachten und verstehen.
lost and found in the www
Von der Luft zur Zeit, nicht der, die sich durch den Raum zieht, sondern der Papierversion. Als Entschädigung für nicht zustellbare Donnerstags-Ausgaben - woraufhin ich mich von dem großen Packen Altpapier verabschiedete, der leider nicht den Weg in meinen Briefkasten fand - erhielt ich eine Ausgabe der Zeit-Wissen. Über die Tatsache, dass mir ein Magazin vom Mai 2013 geschickt wurde, sehe ich mittlerweile hinweg - wenn es auch ein recht schwacher Versuch ist, so die Leser zu besänftigen oder zurückzugewinnen - prangte doch auf der Titelseite das Wort "Körper", das mich ja augenscheinlich gerade sehr umhertreibt. Körper und Psyche; gut, keine neue Erkenntnis, seien unweigerlich miteinander verbunden. Geht es dem Einen schlecht, merkt es auch der Andere. Merci. Trotzdem, auch wenn ich die Auswirkungen tänzerischer Körpertätigkeit jeden Tag am eigenen Leib  spüren darf, hier nun einmal scientifiquement prouvé schwarz auf weiß: Das Strecken der Arme nach oben erleichtert die Erinnerung an schöne Momente und Springen hebt die gute Laune. Der Sprung als Ur-Sprung.

11/11/2013

hypnotisch/hypnotique

Artavazd Pelechians Film Fin von 1991 hat hypnotische Wirkung auf mich, der Blick dringt tief ins Bild, als wenn ihn ein Hypnotiseur anziehen würde, der Körper lehnt sich nach Vorne, man schaut jedem Fahrgast tief in die Augen und beinahe schläft man auch mit dem kleinen Mädchen in den Armen der Mutter ein. Währenddessen zieht einen die monotone Rhythmik des fahrenden Zuges immer weiter in den Lichttunnel hinein.
Le Film Fin d'Artavazd Pelechian de 1991 a un effet hypnotique sur moi et sur mon corps, le regard est absorbé par l'image comme par un hypnotiseur, le corps se penche légèrement en avant, on se perd dans chaque regards de voyageurs et on s'endort presque avec la petite fillette sur les bras de sa maman. En même temps, la monotonie rythmique du train nous attire de plus en plus dans le tunnel lumineux. 

11/10/2013

laokoon 2.0


(ein vergessener post diesen sommers, gut, dass wir worte sammeln können und die beschriebene kälte der gläsernen körper passt zum nahenden winter)
"Diese Seele schildert sich in dem Gesichte des Laokoons, und nicht in dem Gesichte allein, bei dem heftigsten Leiden. Der Schmerz, welcher sich in allen Muskeln und Sehnen des Körpers entdecket, und den man ganz allein, ohne das Gesicht und andere Teile zu betrachten, an dem schmerzlich eingezogenen Unterleibe beinahe selbst zu empfinden glaubt; dieser Schmerz, sage ich, äußert sich dennoch mit keiner Wut in dem Gesichte und in der ganzen Stellung. Er erhebt kein schreckliches Geschrei, wie Virgil von seinem Laokoon singet; die Öffnung des Mundes gestattet es nicht: es ist vielmehr ein ängstliches und beklemmtes Seufzen, wie es Sadolet beschreibet. Der Schmerz des Körpers und die Größe der Seele sind durch den ganzen Bau der Figur mit gleicher Stärke ausgeteilet, und gleichsam abgewogen. Laokoon leidet, aber er leidet wie des Sophokles Philoktet: sein Elend gehet uns bis an die Seele; aber wir wünschten, wie dieser große Mann das Elend ertragen zu können.
Der Ausdruck einer so großen Seele geht weit über die Bildung der schönen Natur. Der Künstler mußte die Stärke des Geistes in sich selbst fühlen, welche er seinem Marmor einprägte. Griechenland hatte Künstler und Weltweise in einer Person, und mehr als einen Metrodor. Die Weisheit reichte der Kunst die Hand, und blies den Figuren derselben mehr als gemeine Seelen ein, usw."
aus: G. E. Lessing, Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie, 1766

Und Laokoon 2.0.?

7/31/2013

"So, ja, so, und weiter nichts."

Robert Mapplethorpe, Junger Mann mit ausgestrecktem Arm
"...die Hand genau im richtigen Grad des Sich-Öffnens, in der Intensität der Hingabe..." (aus R. Barthes Die helle Kammer)

7/08/2013

Reisen ist anstrengend

La Jetée, Chris Marker
und Reisen ist befreiend. Ich bin auf eine Reise gegangen, die ich zunächst nicht antreten wollte und dann doch antrat. Ich tat es für den Film und habe schließlich Sonne und Menschen gefunden. Im Grunde, wie im Film, wie in einer guten Geschichte. Was ist also der Unterschied zwischen Film und Leben, zwischen Filmerfahrung und "lebendiger" und "realer" Erfahrung (ohne hier die Frage nach dem überhaupt Realen zu stellen)? Eine Reise, wie ein gemeinsamer Spaziergang, der sich mit seinen Bildern, Gefühlen, Gerüchen und Geschmäckern in die gemeinsame, die individuelle und die andere Erinnerung falten wird, die letztendlich am meisten Eindruck hinterlassen und man zugleich auch am schnellsten wieder vergessen kann. Es ist die Erinnerung eines Gefühls.
voyager peut être fatiguant

6/24/2013

vertiefung

so ganz sommerpause ist nie, die gedanken sind nur vertiefend anderweitig in bewegung, in jeglichem sinne des wortes verstanden, als denkender, sehender und tanzender beobachter und suchender (frei nach laura mulvey)... ich widme mich wieder der bewegung und dem stillstand im nicht stillen bild.
c'est jamais vraiment la pause d'été, les pensées sont en mouvements ailleurs et en mouvement dans tous les sens du terme, en tant qu'observateur pensif, voyant et dansant et cherchant... je retourne aux moments de mouvements et d'arrêts dans l'image qui n'existe qu'à travers eux.

4/27/2013

1907

maud stevens wagner, es ging auch anders
2013 gibt es eine ausstellung zum thema im gewerbemuseum winterthur. dort wird unter anderen auch eine der ersten tattoo-künstlerinnen maud stevens wagner angeführt, neben tätowierten schweinchen.

12/06/2012

intensive körper

"Philippe Grandrieux, artiste-vidéaste et programmatuer à la télévision, réalise en 1998 un film entre-deux, Sombre, traversé par des procédés et des procédures issus d'une pratique de la vidéo, mais dans une lumière crépusculaire de cinéma, avec un traitement des corps proche de la danse et du body art, et un récit issu de contes et légendes, où intervient la figure mythique de l'orgre", explique Francoise Parfait dans Vidéo: un art contemporain. Et effectivement, Grandrieux ne montre ici pas un film, mais, aidé par la vidéo (son recul par rapport aux choses filmées, son image spécifique) quelque chose comme un corpus de corporalité, de la peau, par moment plutôt chair, nue, mouillée, danseante, éffrayée, des corps en mouvement de trés près ou très loins. L'effet et l'intensité se construisent par lui-même, par le corps même.
Géraldine Voillat dans Sombre