«Je ne veux pas gagner ma vie, je l’ai.» Boris Vian, L'écume des jours
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4/26/2014

zeitpresse/presse temps


"matter is time" kritzelte maya deren auf ein paar notizblätter nach einer vorlesung des anthropologen gregory bateson. wenn zeit materie ist, kann ich dann meine zeit auch pressen wie diese neuköllner orangen und ein bisschen mehr davon bekommen?
"matter is time", voilà ce que gribouillait maya deren sur une feuille de notes après avoir entendu parler l'anthropologue gregory bateson. si le temps est une matière, est-ce que je peux en avoir un peu plus en le pressant façon jus d'orange?
(mehr orangen/plus d'oranges)

8/11/2010

für große Kinder

wer ein weißes Kanninchen in Berlin sieht, hinterher und durch die hellblaue Tür gehen:
           @ Manuel Vazquez, Glastonbury The Bordello und London
Vom 12. August an und dann 12 Tage im Garten der Prinzessinnenstraße 15. Auf dem Menü steht Roast Beef, Grünes aus dem Garten und süße Fantasie, den Rotwein nicht zu vergessen. Das fahrende Restaurant The Pale Blue Door von Tony Hornecker war im Übrigen schon in Buenos Aires, Glastonbury und London...
gelesen auf Sugarhigh, immer wieder gut für einen Tip in der Hauptstadt, der so geheim mitlerweile auch nicht mehr sein dürfte.

4/19/2010

frischer Fisch

die guten alten Zeiten, in denen sich junge Mädchen die Haushaltslehre aus säuberlich gebundenen Büchern, meist regelrechten Lexika, beibrachten, ist lange vorbei. Fräulein Julia fand in Köln auf einem Flohmarkt eines dieser alten Exemplare:

# Mäßig trinken, große Flüssigkeitsmengen belasten Herz, Kreislauf und Nieren.
# Nicht zu heiß, nicht zu kalt trinken!
# Milch in verschlossenem Gefäß über die Straße tragen!
# Frischwurst rasch verwenden! Angelaufene Wurst nicht mehr essen! (Vorsicht! Fleischvergiftung!)
# Immer die Fischart wählen, die am billigsten angeboten wird!
# Der Genuß von Eiern ist bei Widerwillen zu vermeiden.
# Brot kann man immer essen.
# Verschimmelte Nahrungsmittel sind genußuntauglich.
# Nicht durch Kaffee den notwendigen Schlaf ersetzen wollen!
 

3/22/2010

die verwandlung

la pomme de blanche neige se transforme en pomme napoleon
© Luxirare
Schon vor längerer Zeit entdeckte ich den Blog von Luxirare: Handmade do-it-yourself auf höchstem Schneiderniveau und Molekularküche mit einem besonderen esthetischen Anspruch. Besonderes schön anzusehen sind die Mikroaufnahmen und Videos.

3/21/2010

ein Keks auf dem Weg ins Glück


© In Praise of Sardines
Die klassische Modetheorie besagt, dass sich die Mode durch eine Orientierung an und Nachahmung der oberen Schichten entwickelt hat ("Trickle-Down-Theorie" von Christian Garve). In der Mode galt dies zumindest bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts.
Und heute las ich im Zusammenhang mit genau dieser Theorie, welche mitlerweile von Gegentheorien widerlegt wurde, in der Wochenendausgabe der SZ einen Vergleich mit obiger Leckerei. Ein perfektes Beispiel dafür, dass sich angebliche Luxus- oder Wunschgüter ihren Weg nach unten, oben oder sonst wohin bahnen...denn nicht nur seit Sofia Coppolas Version der schlämmenden Marie-Antoinette (Kirsten Dunst fast überzuckert) Macarons zu ihrer Lieblingsspeise erkor (und, dass die französische Königin für alles süße und kurzlebige schwärmte, ist bekannt), ist der cremige Keks im wahrsten Sinne in aller Munde.

© joanneteh_32(busy and away!!)
Bis vor ein paar Jahren kannte dieses kleine Gebäck noch kaum einer und nun ist es auf jeder Vernissage, auf jeder A-,B-,C-klassigen Party zu finden. Gut, deutsche Konditoreien wagen sich noch nicht wirklich ran , aber dafür liegt das Königreich des feinen Doppelkeks ja auch direkt nebenan. Ich schweif hier mal etwas ab: Man sagt zwar, dass ursprünglich Catherine de Medici zu ihrer Hochzeit nach Orleans den feinen Teig mitbrachte, doch als Erfinder des gefüllten, luftigen und jetzt doppelten amuse-geules gilt der Patissier Ladurée, dessen 1862 gegründetes Zuckerimperium bis heute besteht und das unangefochten an der Spitze des süßen Wahns steht. So, bis hier hin ist alles wunderbar, denn von Erdbeere bis Pistazie bin auch ich dem Macarons verfallen. Aber wie gesagt entdeckte ich heute folgendes:

© McDonalds
Macarons gibt es jetzt auch im McCafé. Ich bin einverstanden, jeder soll sie genießen dürfen, doch etwas desillusionierendes hat es schon und nimmt dem ästhetischen Häppchen definitiv einen Teil seiner kulinarischen Aura. Da probiere ich mich lieber selbst als Konditorin.
Nun könnte hier Schluß sein, doch nicht nur die SZ erwähnte diese Woche den Macarons. Auch auf der Seite stylebubble entdeckte ich die klassischen Pastellfarben. Jedoch gingen sie hier nicht von der Hand in den Mund, sondern an den Fuß, von Susie. Bekannt ist, dass Ladurée auf diversen Modeevents rumgereicht wird. Mittlerweile ist der Keks auch zur salzigen Variante degradiert worden und dient in Pesto- oder Tomatenvariationen als leichter Mittagssnack. Doch als Modeinspiration entdeckte ihn dann die diese Firma, die man auch ohne Namensnennung erkennt:

© Susie from Stylebubble
Ach bitte, sich von einem Keks inspirieren lassen? Geht da jemandem die Kreativität aus oder hatte die Designabteilung einen Zuckerschock? Bref, mal sehen, ob es diesen unglaublich innovativen Schuh bald zu kaufen gibt. Vielleicht brauchten sie auch einfach einen Grund dafür, einen einfarbigen in Pastell getauchten Schuh zu verkaufen.
PS: Das ganze Macaronfieber erinnert mich im Übrigen an einen amerikanischen Verwandten und zwar den buttercremetriefenden Cupcake, der ja miterweile wirklich in jeder zweiten Bäckerei und jedem Berliner Szenecafé zu finden ist. Da halte ich mich lieber an Marie Antoinette und nehme das Konfekt für's Volk...

1/13/2010

proustsche erinnerungen


"II y avait déjà bien des années que, de Combray, tout ce qui n'était pas le théâtre et le drame de mon coucher, n'existait plus pour moi, quand un jour d'hiver, comme je rentrais à la maison, ma mère, voyant que j'avais froid, me proposa de me faire prendre, contre mon habitude, un peu de thé. Je refusai d'abord et, je ne sais pourquoi, me ravisai. Elle envoya chercher un de ces gâteaux courts et dodus appelés Petites Madeleines qui semblent avoir été moulés dans la valve rainurée d'une coquille de Saint-Jacques. Et bientôt, machinalement, accablé par la morne journée et la perspective d'un triste lendemain, je portai à mes lèvres une cuillerée du thé où j'avais laissé s'amollir un morceau de madeleine. Mais à l'instant même où la gorgée mêlée des miettes du gâteau toucha mon palais, je tressaillis, attentif à ce qui se passait d'extraordinaire en moi. Un plaisir délicieux m'avait envahi, isolé, sans la notion de sa cause. II m'avait aussitôt rendu les vicissitudes de la vie indifférentes, ses désastres inoffensifs, sa brièveté illusoire, de la même façon qu'opère l'amour, en me remplissant d'une essence précieuse."
extrait de Marcel Proust, A la recherche du temps perdu. Du côté de chez Swann", 1913